Die Hauswirtschaft als Grundstein für die gewerbliche Selbständigkeit

Eigentlich war ich mir ziemlich sicher, welchen beruflichen Werdegang ich einschlagen würde. Eine Ausbildungsstelle als Köchin in München, wo auch meine Pateneltern leben, hatte ich mir fest in den Kopf gesetzt. Weil ich nach Abschluss der Hauptschule meinen Eltern noch zu jung war, verweigerten sie mir ihre Erlaubnis. Durch die langen Diskussionen geriet ich allmählich unter Zeitdruck, denn das Ende der Hauptschulzeit näherte sich, und ich stand noch ohne Ausbildungsstelle da. Ich suchte deshalb nach einer Alternative.

Somit kam ich an die Beruffachschule für Hauswirtschaft in Ahornberg, und ich begann meine Ausbildung zunächst mit einer gewissen Skepsis. Letztendlich brachte mir diese Ausbildung dann aber sehr positive Erfahrungen für meinen weiteren Lebensweg.

Ich absolvierte die 3jährige Ausbildung zur staatlich geprüften Hauswirtschafterin, holte anschließend die mittlere Reife an der Berufsaufbauschule nach, und spielte dann mit dem Gedanken noch die Fachakademie für Hauswirtschaft zu besuchen. Dies realisierte ich auch. Spätestens jetzt hatte ich mein Ursprungsziel, Köchin zu erlernen, an den Nagel gehängt, denn die Hauswirtschaft erschien mir vielseitiger und interessanter. Der Zugang zur Fachakademie verlangte noch ein Jahr Vorpraktikum in einer Großküche und einem Textilbetrieb, in welchen ich nicht nur fachliche Kenntnisse erwerben konnte, sondern auch einen Teil der mentalen Reife erlangte, die für eine Führungskraft notwendig ist.

Während meiner Fachakademiezeit, die ich mit der staatlich geprüften Hauswirtschaftsleiterin und der Fachhochschulreife abschloss, überlegte ich mir mein künftiges Tätigkeitsfeld. Da ich kein Interesse an der Weiterbildung zur Fachlehrerin habe, und ein sehr selbstständiger und engagierter Mensch bin, kam mir der Gedanke, mich selbstständig zu machen. Als "Küchen-, Haus- und Gartenservice" bot ich den Menschen in den genannten Bereichen Dienstleistungen an, die auch sehr gut angenommen wurden. Nebenbei gab ich Kurse an Volkshochschulen, bei der Handwerkskammer und an einer Fortbildungsakademie. Das Resümee aus meiner Hauswirtschaftsausbildung besteht für mich darin, dass ich die Vielseitigkeit der Hauswirtschaft und die erworbene Fachkompetenz als Grundstein für die Selbständigkeit nutzen konnte und ich werde dies künftig auch noch ausweiten.

Da ich mich regional verändern wollte, bin ich zurzeit als Hauswirtschaftsleiterin an einer Privatschule für Familien- und Altenpflege beschäftigt, wo ich für den Fachbereich "Wäschepflege" und die Anleitung von Praktikanten, sowie für den fachpraktischen Unterricht zuständig bin. Trotzdem halte ich mir weiterhin die Hintertür zur Selbständigkeit offen, da mir diese Tätigkeit sehr entsprochen hat.