Der Weg ist das Ziel

Ein altes Sprichwort lautet "der Weg ist das Ziel"! Nur wer zeigt einem diesen Weg mit 14 oder 15 Jahren, wenn man gerade die Hauptschule hinter sich gelassen und vom "wirklichen Leben" noch keine Ahnung hat?

Als Tochter aus einem familiengeführten Gasthof war dieser Weg relativ schnell gefunden: Das Ziel war eine ganzheitliche Ausbildung bzw. eine qualifizierende berufliche Bildung - dies gekoppelt mit dem guten Ruf der staatl. Hauswirtschaftsschule in Ahornberg, und schon war der erste Schritt auf meinen Weg ins Berufsleben beschlossen. Ich besuchte 3 Jahre die Beruffachschule und beendete diesen ersten Schritt mit dem mittleren Schulabschluss, dem Abschluss zur staatl. geprüften Hauswirtschafterin und der Gewissheit, meine Grundkenntnisse von Zuhause vertieft und erweitert zu haben.

Weil ich den Wert meiner Ausbildung im Berufsleben testen wollte, arbeitete ich erst ein Jahr im elterlichen Betrieb (überwiegend im Bereich Küche) und anschließend ein weiteres Jahr in einem Privathaushalt (Küche und Organisation). Zu einer solchen Entscheidung kann ich nur Alle ermuntern, denn Ihr werdet erkennen, dass für die berufliche Zukunft die Praxiserfahrung wesentlich ist. Die Entwicklung der eigenen Fähigkeiten war für mich der ausschlaggebende Grund mich nach meiner "Auszeit" von der Schulbank weitere zwei Jahre in der Fachakademie bis zur HBL zu "quälen".

Mit diesem Abschluss der Tasche schrieb ich meine erste Bewerbung an einen namhaften Hersteller für Gewürzmischungen und -zubereitungen für eine Stelle als technische Angestellte in der Produktentwicklung. Ich bekam den Job. Zu meinen Aufgaben gehört u.a. die Veränderung von existierenden Gewürzmischungen oder Marinaden nach Kundenwünschen, aber auch das Zusammenstellen neuer Gewürzideen. Ich wirke auch bei den Probeverkostungen mit, d. h .die neuen Produkte werden verarbeitet und dann auf Geschmack und Aussehen von einem größeren Kreis aus Industrie und Handwerk geprüft.

Mir gefällt meine Arbeit sehr gut, und auch die Arbeitsbedingungen sind ideal. Allerdings kann ich nur einen Teil meiner Fertigkeiten und Kenntnisse einsetzen, und ich bin mir noch nicht so sicher, ob ich auf mein übriges Können und Wissen im Beruf für immer verzichten möchte.