Studierende helfen Kindern

Die Studierenden haben beschlossen, erwirtschaftete Überschüsse vom Schulfest am 5.April dem Verein zur Hilfe für Kinder der Dritten Welt zu spenden.

Herr Heinrich Hackenberg, der 2. Vorstand des Schweinfurter Vereins, stellte den Studierenden die Aktivitäten und Zielsetzungen des Vereins bei einem Besuch der Ahornberger Fachakademie für Hauswirtschaft vor:

Der Verein ermöglicht Hilfe zur Selbsthilfe durch den Bau und die Unterstützung von sozialen Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäusern in Indien, der Organisation von Notfallhilfe und der Vermittlung von Patenschaften für indische Kinder.

Besonders bemerkenswert dabei ist, dass sämtliche Spenden- und Patenschaftsgelder bis zum letzten Euro-Cent für die entsprechenden Hilfsprojekte verwendet werden. Die Ausgaben des Vereins für Portokosten u.Ä. werden über die Mitgliedsbeiträge (15,- EUR im Jahr) finanziert, alle weiteren Ausgaben tragen die Vorstände und engagierte Mitglieder selbst!

Warum sich der Verein gerade in Indien so stark für die Belange der Ärmsten der Bevölkerung einsetzt, wurde durch Herrn Hackenbergs Berichterstattung deutlich:

Obwohl es in Indien staatliche Schulen gibt, sind diese für die Kinder von mittellosen Landarbeitern, Kinder aus den Slums und Straßenkinder nicht erschwinglich.

Landarbeiter verdienen oft nur 300 - 500 Rupien im Monat. Natürlich arbeiten die Frauen auch, wenn sie dazu eine Möglichkeit finden. Überhaupt sind diese Ärmsten der indischen Bevölkerung äußerst fleißig und erfinderisch, aber trotzdem reicht der Verdienst für die Versorgung der Familie in keiner Weise aus:

1 kg Reis - 12 Rupien, 1 kg Gemüse - 6 Rupien, 1 l Milch - 25 Rupien, für eine Slumhütte beträgt die monatliche Miete 90 Rupien, für die Kaution müssen typisch 2000 Rupien aufgebracht werden, der Schulbesuch in einer staatlichen Schule kostet pro Kind und Monat 200 Rupien, für eine englischsprachige Schule müssen 600 Rupien bezahlt werden, die Ausgaben am Schuljahresanfang (Bücher und Schuluniform) betragen ca. 1500 Rupien (48 Rupien entsprechen 1 EUR).

Für viele Menschen in Indien bedeuten besonders Söhne immer noch eine gesicherte Altersversorgung. Deshalb gibt es unter den Armen besonders viele Kinder. Die Mädchen stellen dabei die Familien oft vor existentielle Probleme, weil sie bei einer Heirat mit einer sehr kostspieligen Aussteuer ausgestattet werden müssen. In früheren Zeiten wurden weibliche Säuglinge deshalb sogar getötet.

Der einzige Weg aus dieser Misere besteht auch in Indien aus einer entsprechenden Bildung und Ausbildung. Deshalb gehört es zu den wichtigsten Zielsetzungen des Vereins Kindern diese Bildung zu ermöglichen und ihre Gesundheit durch eine ausgewogene Ernährung und medizinische Betreuung zu schützen. Für Mädchen ist eine solche Chance besonders wichtig, weil sie sehr leicht in die Prostitution getrieben werden. Nebenbei verbessern die Projekte außerdem auch die Lebensbedingungen der Eltern und Erwachsenen.

Natürlich könnte der Verein in Indien nichts ausrichten, wenn es nicht entsprechende Partner vor Ort gäbe. Es handelt sich dabei um die Salesianer von Don Bosco, einem christlichen Orden, der sich unvoreingenommen und ohne zu missionieren in der ganzen Welt um Kinder und Jugendliche aller Religionen kümmert.

Wie Sie an den Bildern sehen können, wohnen die Kinder, um die es hier geht, in einem wunderschönen Land. Aber davon können Sie eben nicht leben. Trotzdem ist es faszinierend zu sehen, wie fröhlich diese Menschen wirken. Sie machen aus ihrer Situation das Allerbeste, ihre Hütten sind äußerst sauber, ebenso ihre Kleidung. Und sie helfen sich gegenseitig, wo immer es nötig ist:

+ Slumbewohner haben ihre letzten Rupien gesammelt um einem Kind die das Augenlicht erhaltende Operation zu ermöglichen.

+ Ein 10jähriges Mädchen trug ihren 8 Jahre alten Bruder täglich 1 1/2 Stunden hin zur Schule und wieder nach Hause.

+ Herr Hackenberg hat noch viele weitere Beispiele berichtet!

Und es ist wirklich einfach, diesen Menschen über den Verein zur Hilfe für Kinder der Dritten Welt zu helfen:

Die Fotos zeigen unsere Patenkinder:

Das erste Mädchen ist 1999 geboren und lebt mit ihren Eltern in Darjeeling. Ihr Vater arbeitet als Teepflücker für 500 Rupien im Monat.

Das zweite Mädchen ist 1994 geboren und lebt ebenfalls in Darjeeling. Sie hat noch 2 Geschwister. Ihr Vater verdient ca. 400 Rupien als Gelegenheitsarbeiter.

Für 103 EUR im Jahr, das sind 8,60 EUR im Monat bzw. 28 Cent am Tag, kann ein solches Kind die Schule besuchen, bekommt Kleidung und Essen und wird medizinisch betreut. Es darf später einen Beruf lernen, der ihm gefällt, oder bei entsprechender Eignung sogar studieren.

Die Pateneltern bekommen regelmäßig Post von ihrem "Kind", und werden natürlich auch vom Verein informiert.

Außerdem sind Patenschaften für an TBC oder Rachitis erkrankte Kinder, Slum- und Straßenkinder oder für ein Krankenbett möglich sowie Geld- oder evtl. auch Sachspenden. Auf Wunsch werden Spendenquittungen erstellt.

Für weitere Informationen: http://www.kinder-dritte-welt.de