Vielfältig und anspruchsvoll

Die Fachakademie für Hauswirtschaft in Ahornberg begrüßt zum Infonachmittag zahlreiche junge Besucherinnen. Die Absolventen übernehmen leitende Aufgaben in Heimen, Hotels und Kantinen.


Ahornberg - Auf großes Interesse ist der Informationsnachmittag gestoßen, mit dem sich die Fachakademie für Hauswirtschaft des Landkreises Hof in Ahornberg präsentierte. Stellvertretende Schulleiterin Jutta Dauerer freute sich, dass viele junge Frauen und Mädchen, manche mit ihren Eltern, gekommen waren, um sich über die beruflichen Möglichkeiten nach zwei Jahren Studium mit angeschlossenem einjährigen Berufspraktikum zu erkundigen.
Schüler der FAK I hatten den Infonachmittag professionell ausgestaltet. Zwei junge Studierende stellten ihren künftigen Mitschülern die Ziele der Ausbildung zum staatlich geprüften hauswirtschaftlichen Betriebsleiter vor.
Die Absolventen haben die Befähigung, leitende Aufgaben in sogenannten Großhaushalten wie Kranken- und Pflegeanstalten, Kinder- und Schülerheimen, Senioren- und Kurheimen, Bildungsstätten, Kantinen, Hotels oder Gasthöfen zu übernehmen. Aber auch als Fachberater in der Lebensmittel-, Haushaltsgeräte- oder Reinigungsmittelindustrie und in hauswirtschaftlichen Organisationen oder Verbraucherberatungsstellen können sie tätig werden. Über eine Ergänzungsprüfung kann die Fachhochschulreife erreicht werden; bei einem Notendurchschnitt von 1,5 im Abschluss- oder Fachhochschulreifezeugnis gibt es noch die fachgebundene Hochschulreife obendrauf. Damit ist dann ein Studium an der Fachhochschule in jedem Studiengang oder fachgebunden an der Universität möglich. Neu ist, dass besonders qualifizierten Berufstätigen oder eben Absolventen einer beruflichen Fortbildungsprüfung einer öffentlichen oder staatlich anerkannten Fachakademie der allgemeine Hochschulzugang eröffnet wird. Dies sei eine große Aufwertung, betonte Jutta Dauerer. Ausbildungsvoraussetzung für die FAK sind ein mittlerer Schulabschluss und eine berufliche Vorbildung in Hauswirtschaft, Gastronomie, im Nahrungsmittelgewerbe oder im textilen Bereich.

Drei ehemalige Absolventinnen stellten den Besuchern ihren beruflichen Werdegang vor.

Beate Hedler hatte in einem Textilbetrieb gearbeitet. Als dieser in die Insolvenz ging, besuchte sie die FAK, wo sie mit 43 Jahren ihren Abschluss machte. "Ich war die Oma des Jahrgangs." Danach fand sie Anstellung im Jugendhilfehaus St. Elisabeth in Hof, das in vielfältiger Weise in der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe sowie ambulant in Stadt und Landkreis Hof sowie Marktredwitz tätig ist. Als hauswirtschaftliche Betriebsleiterin ist sie zuständig für Küche, Reinigung und Wäsche. Hedler erstellt Speisepläne, ist für Einkauf, Kalkulation und Mengenberatung zuständig. Sie muss Angebote einholen und auswerten, Checklisten erstellen und neue Mitarbeiter anlernen.

Katrin Jung hat 2005 ihren Abschluss gemacht und arbeitet seitdem im SeniVita Seniorenhaus "St. Elisabeth" in Pegnitz, dem die Seniorenhäuser "St. Anna" in Waischenfeld und "St. Elisabeth" in Pottenstein angeschlossen sind. Als hauswirtschaftliche Betriebsleiterin führt sie 20 Mitarbeiter. Sie ist für die Bereiche Wäschepflege, Reinigung, Ausbildung und die jahreszeitlichen Dekorationen zuständig. Sie muss Dienstpläne und Ablaufpläne erstellen und die Mitarbeiter einteilen; sie muss Veranstaltungen organisieren, Gespräche mit Mitarbeitern, Vertretern und Angehörigen führen, Wäschebedarf ermitteln sowie Hauswirtschafterinnen und hauswirtschaftliche Betriebsleiter-Praktikanten, die teilweise auch aus Ahornberg kommen, ausbilden.
Katrin Jung ist mit ihrer Berufswahl sehr zufrieden. Ihre Tätigkeiten seien sehr abwechslungsreich und durch den ständig wechselnden Kontakt zu Senioren, Gästen, Vertretern oder Mitarbeitern nie langweilig. Besonders ans Herz gewachsen sind ihr die Senioren, "der Umgang mit ihnen ist mir sehr wichtig", sagt sie.


Stephanie Schmid ist hauswirtschaftliche Betriebsleiterin am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Ebersberg in Oberbayern. Hier ist eine neue Abteilung "Gemeinschaftsverpflegung" eingerichtet worden, die beratend tätig ist. Vorher besuchte sie zwei Jahre die Hauswirtschaftsschule in Ahornberg und blieb für weitere zwei Jahre an der Fachakademie im gleichen Haus. Ihr einjähriges Berufspraktikum absolvierte sie beim Kindernahrungshersteller Hipp in Pfaffenhofen.
Ihre neu eingerichtete Stelle ist auf die drei Pfeiler Schulverpflegung, Gemeinschaftsverpflegung in Heimen und Krankenhäusern sowie Kindertagesstätten aufgebaut. Stephanie Schmid ist für 2800 Kindergärten zwischen Freising und Traunstein zuständig. Sie gibt ihnen Anregungen für gesundes Essen, führt darüber Checklisten und fördert die Zubereitung von Essen in den Kindergärten vor Ort.