Sprungbrett in leitende Funktion

So viele junge Leute wie niemals zuvor informieren sich an der Fachakademie in Ahornberg über eine Ausbildung.
Viele Ehemalige berichten über ihren beruflichen Weg.

Ahornberg - So viele junge Leute wie noch nie lockt der Info-Tag der Fachakademie für Ernährungs- und Versorgungsmanagement nach Ahornberg.
Schulleiter Hermann Gesell und seine Stellvertreterin Jutta Dauerer freuten sich über das riesige Interesse. Angesichts dieser Tatsache riet Dauerer allen, sich mit ihren Bewerbungen zu beeilen, denn es könnte nur eine Klasse mit höchsten 32 Studierenden angeboten werden. Gekommen waren auch viele Ehemalige, die ihren Nachfolgern ihre beruflichen Wege aufzeigten.
Die Studierenden Lydia Voth und Melinda Greiner stellten zunächst die Kommunale Fachakademie vor: Die Ausbildung ist lernmittel- und schulgeldfrei, es bestehe die Möglichkeit, Bafög oder Meisterbafög zu beantragen. Die Aufnahme setzt einen mittleren Schulabschluss voraus und eine berufliche Vorbildung als Hauswirtschafter/in, Hotel- oder Restaurantfachkraft, Koch, Systemgastronom oder eine andere einschlägige Berufsausbildung. Die Ausbildungsdauer beträgt zwei Jahre an der Fachakademie und ein Jahr betreutes Berufspraktikum in einem Grosshaushalt.
Wie Voth und Greiner betonten, werden die Studierenden in den drei Jahren auf eine gehobene Berufslaufbahn vorbereitet. Danach stehe leitenden Aufgaben in hauswirtschaftlichen Mittel- und Grossbetrieben wie zum Beispiel in Krankenhäusern, Sanatorien oder hauswirtschaftlichen Dienstleistungszentren nichts mehr im Wege. Auch eine beratende Funktion in der Nahrungs-, Reinigungsmittel- oder Haushaltsgeräteindustrie sei denkbar, ebenso eine Lerntätigkeit bei Trägern der Erwachsenenbildung.

Die Fachhochschulreife erwerben die Studierenden durch eine Ergänzungsprüfung. Bei einem Notendurchschnitt von 1,5 oder besser im Abschlusszeugnis und im Fachhochschulreifezeugnis erwerben die Studierenden die fachgebundene Hochschulreife. Diese berechtige zu jedem beliebigen Studiengang an einer FH oder fachgebunden an einer Universität.

Ivo Swidzinski leitet die Betriebsgastronomie bei Eon in Bayreuth, die zur Eurest-Gruppe gehört. "In 700 Betrieben versorgen wir täglich 215 000 Gäste", betonte Swidzinski. In der Region seien das hauptsächlich die Mitarbeiter von Ergo-Direkt in Nürnberg, Eon in Bayreuth, der Huk Coburg, der Rehau-AG und AGS in Münchberg. Eurest stelle der Ahornberger Fachakademie auch immer wieder Praktikumsplätze zur Verfügung. "Die erste Praktikantin von hier war Anja Dietz, die jetzt an der Akademie als Lehrerin unterrichtet", sagte Swidzinski.

Gleich mit drei Vertretern war das Schüler-Cafe´ "Oase" aus Selb, mittlerweile das größte in Bayern, vertreten. Zum Angebot gehören Mittagsbetreuung und Hausaufgabenbegleitung sowie pädagogische Freizeitgestaltung. Monique Engelbrecht, die die Schule in Ahornberg besuchte, ist dort für den pädagogischen und hauswirtschaftlichen Teil zuständig. Zurzeit wird sie von der Ahornberger Praktikantin Nadine Strößenreuther unterstützt. "Wir versorgen jeden Tag 300 Schüler im Cafe´ und 150 außer Haus", sagte die Hauswirtschaftsleiterin.

Bianca Witzgall ging nach ihrer Ahornberger Zeit für drei Jahre nach München in ein Wohnheim für Berufsblockschüler. Heute ist sie hauswirtschaftliche Betriebsleiterin bei der AWO Kulmbach im Senioren-Wohn-Park "Rosengarten" in Neuenmarkt. Dort ist sie zuständig für das Personal, den Hauswirtschaftsbereich mit 24 Mitarbeitern, den Einkauf, die Wäscherei, die Hausreinigung und die Cafeteria. Die Speisen werden fast nahezu mit frischen Zutaten zubereitet. Witzgall: "Ich möchte Schulabgängern mit qualifiziertem Abschluss Mut machen, auch ich hatte nur einen Quali."

Die ehemalige Ahornberger Schülerin Beate Hedler ist hauswirtschaftliche Betriebsleiterin am Jugendhilfeheim St. Elisabeth in Hof. Dort werden junge Menschen betreut, die das Jugendamt dort unterbringt. Hedler: "Wir betreuen auch je zwei Innen- und zwei Außengruppen in Wustuben und Regnitzlosau." Außerdem gehören eine Kleinkindgruppe und ein Kindergarten mit 100 Kindern, ein Hort mit 33 Kindern und ein Caffe dazu. Laut Beate Hedler beschäftigt das Heim 115 Mitarbeiter, dazu gehöre auch der ambulante Dienst, der die Familien und Jugendlichen zu Hause betreut.

Wir danken Herrn Engel ganz herzlich für diesen gelungenen Zeitungsbericht und die Erlaubnis, diesen auf unserer Homepage zu veröffentlichen.