"Hauswirtschaft" war einmal

Die Fachakademie in Ahornberg bekommt einen neuen Namen.
Die Studierenden sind künftig Betriebswirtinnen.

Ahornberg

- Ein überraschendes Fax der Arbeitsgemeinschaft der Bayerischen Fachakademien für Hauswirtschaft hat die Fachakademie in Ahornberg bekommen. Wie es in dem Fax hieß, ist man nach langer Suche nach einem neuen Namen für den etwas "verstaubten" Begriff Hauswirtschaft endlich fündig geworden. Nach Auskunft des Kultusministeriums darf von nun an die Bezeichnung "Fachakademie für Ernährungs- und Versorgungsmanagement" Verwendung finden. Die Berufsbezeichnung ändert sich damit von "Hauswirtschaftliche Betriebsleiterin" auf "Staatlich geprüfte Betriebswirtin für Ernährungs- und Versorgungs-Management".


Für Schulleiter Hermann Gesell ist dies eine erfreuliche Nachricht. Nachdem in den 30 Jahren ihres Bestehens die Schul- und Prüfungsordnung oft als "hauswirtschaftliche Spielwiese" gedient habe und jedes Jahr eine "andere Sau durchs Dorf getrieben wurde", sei jetzt endlich der "angestaubte, vielleicht auch etwas komisch klingende Name" geändert worden. Damit verliere die Schule auch ihre Spottnamen wie Kochlöffelakademie, Akademie für Oberhausfrauen und noch viel hässlichere. "Jetzt werden auch neue Lehrpläne und Unterrichtsinhalte kommen", mutmaßt der Schulleiter.


Managerinnen

Für stellvertretenden Landrat Hannsjürgen Lommer bietet die Akademie eine wunderbare Ausbildung für das praktische Leben. Als Managerin für Ernährung und Versorgung können die Absolventinnen die im Unterricht und im Praktikum gelernten Fähigkeiten an die nächsten Generationen weitergeben. Es sei richtig, die Namensänderung zu feiern, meinte der Landratstellvertreter, spiele doch der Name in der Gesellschaft eine große Rolle.


Ganz anders kennt der stellvertretende Konradsreuther Bürgermeister Theodor Gebhardt die Ahornberger Schule. Er gehörte als Grundschüler zum ersten Jahrgang, der in der damaligen neuen Ahornberger Volksschule das Abc lernte. Leider sei die Volksschule aufgelöst worden, "und wir wurden in die Welt hinausgeschickt". In die Schule zogen dann junge Mädchen und Frauen ein, und weil zur damaligen Zeit niemand ein Auto hatte, mussten sie sich in Ahornberg und in den umliegenden Dörfern Zimmer suchen, sehr zur Freude der jungen heimischen Burschen. "Auch ich habe so meine Frau kennengelernt", erzählte Gebhardt. So sei die Hauswirtschaftsschule in ihren frühen Jahren auch eine "Heiratsakademie" gewesen.


Der Schirmherr der Schule und Vizepräsident des Bayerischen Gemeindetags, Klaus Adelt, sprach die Studierenden schon mit "angehende Betriebswirte" an. "Eure Ausbildung ist hervorragend." Mit dem neuen Titel ließen sich die Absolventen noch leichter "verkaufen". Entscheidend aber sei, dass die Ahornberger eine Familie bleiben, weiter zusammenhalten und alle Möglichkeiten ausschöpfen.

Skepsis ist passé

Froh über den neuen Namen sind die Studierenden, wie den Worten von Cathrin Hübel und Sabrina König zu entnehmen war . Wegen des Begriffs "Hauswirtschaft" seien sie schon oft skeptisch angeblickt worden. Die meisten würden Hauswirtschaft mit putzen, backen, waschen und kochen assoziieren. In Wirklichkeit stecke aber viel mehr dahinter.

Geschichte der Schule

1. Juni 1979: Auf Initiative von Schulleiter Fritz Nothhaft und Landrat Ewald Zuber beschließt der Kreistag die Einrichtung der "Fachakademie für Hauswirtschaft des Landkreises Hof".

1. August 1980: Beginn des Vorpraktikums, das damals vor der zweijährigen schulischen Ausbildung Pflicht war.

15. August 1980: erster Schultag.

Oktober 2011: Umbenennung in "Fachakademie für Ernährungs- und Versorgungsmanagement" wird angekündigt. Die neue Berufsbezeichnung "Staatliche geprüfte/r Betriebswirt/-in für Ernährung und Versorgung" dürfen bereits die im September 2011 aufgenommenen Studierenden führen.


Wir danken Herrn Engel von der Frankenpost ganz herzlich für diesen gelungenen Artikel und die Erlaubnis, diesen auf unserer Homepage zu veröffentlichen.




Ahornberg, den 22.11.2011

Veranstaltung zur Namensumwidmung

Programm
Im letzten Schuljahr begingen wir das dreißigjährige Bestehen der Fachakademie für Hauswirtschaft des Landkreises Hof in Ahornberg.
Während dieser Zeit wurden über 400 Hauswirtschaftliche Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter ausgebildet, die heute in verantwortungsvollen Positionen tätig sind.
Jedoch der bisherige Titel "Staatlich geprüfte/r hauswirtschaftliche/r Betriebsleiter/in" beinhaltete oft einen Stolperstein und Deutungsschwierigkeiten - selbst manche Arbeitgeber konnten sich darunter wenig vorstellen.
Dieses Problem gehört mit diesem Schuljahr der Vergangenheit an: Die ersten zukünftigen "Staatlich geprüften Betriebswirte für Ernährungs- und Versorgungsmanagement" haben im September ihr Studium begonnen. Das feiern wir!!!!

Begrüßung durch Hermann Gesell, Schulleiter unserer Schule

Grußwort von Herrn Hannsjürgen Lommer, Stellvertreter des Landrats

Grußwort von Herrn Theodor Gemeinhardt, zweiter Bürgermeister der Gemeinde Konradsreuth

Grußwort von Frau OStD. Barbara Spöttl, Schulleiterin der beruflichen Schulen in Ahornberg

Grußwort von Herrn Klaus Adelt, Schirmherr unserer Schule, erster Bürgermeister der Stadt Selbitz und Vizepräsident des Bayerischen Gemeindetags

Abschließende Worte von Frau Cathrin Hübel und Frau Sabrina König, zukünftige Betriebswirtinnen für Ernährungs- und Versorgungsmanagement

Das Festmenü wird zubereitet und serviert von den Studierenden der zweiten Jahrgangsstufe.
Wir danken unseren Gästen ganz herzlich, dass sie mit uns gefeiert haben und Frau Weißbach sowie den Studierenden der zweiten Jahrgangsstufe, die durch ihren Einsatz diese Veranstaltung ausgestalteten!